Nützlinge

 

 

Blindschleiche entzieht sich durch kontrollierte Selbstverstümmelung der Gefahr

Mit ihrem beinlosen Körper sieht die Blindschleiche einer Schlange täuschend ähnlich, doch in Wirklichkeit ist sie eine harmlose Echse. Für 2017 wurde sie zum Reptil des Jahres gekürt.

Mit ihrem beinlosen Körper sieht die Blindschleiche einer Schlange täuschend ähnlich, doch in Wirklichkeit ist sie eine harmlose Echse. Sogar Carl von Linné hat bei der Namensgebung zur Täuschung beigetragen: „Anguis fragilis“ heißt so viel wie „zerbrechliche Schlange“. Unterschiede sind erst auf den zweiten Blick erkennbar. Blindschleichen bewegen sich schwerfälliger, haben verschließbare Augenlieder und müssen beim Züngeln das Maul leicht öffnen. Erwachsene Tiere werden einen halben Meter lang. Ihre graubraune bis ockerfarbene Oberseite schimmert mitunter in Kupfertönen. Über den Rücken ziehen sich oft dunkle Linien, der Schwanz endet in einer hornigen Spitze.

Der Name kommt vom Althochdeutschen „Plintslicho“. Er hat nichts mit dem Sehvermögen der Tiere zu tun, sondern bedeutet „blendender Schleicher“ und bezieht sich auf die glänzenden, glatten Schuppen, die in der Sonne regelrecht aufblitzen können.

Blindschleichen gehen erst in der Dämmerung auf Beutezug. Sie fressen Regenwürmer und Insekten, am liebsten aber Nacktschnecken. Züngelnd nehmen sie Witterung auf, pirschen sich an, packen das Opfer mit ihren nach hinten gekrümmten Zähnen und verschlingen es im Ganzen. Bei einem großen Happen kann das bis zu einer halben Stunde dauern. Blindschleichen selbst stehen auf dem Speiseplan von Vögeln, Igeln, Madern und Füchsen.

Ihre Winterquartiere verlassen die Tiere Anfang April. In den meist frostsicheren Erdlöcher haben sie mit fünf bis 30 Artgenossen in Kältestarre auf die Wärme gewartet. Der Frühling ist die Zeit der Eroberungen. Die Blindschleichen versuchen, sich zu beißen, zu umschlingen und zu Boden zu drücken. Hat ein Männchen es geschafft, beißt es sich im Nacken seiner Partnerin fest und paart sich mehrere Stunden mit ihr. Die Tragezeit beträgt etwa 14 Wochen. Die acht bis zwölf Jungtiere kommen in einer durchsichtigen Membran zur Welt, die sie gleich durchstoßen.

Blindschleichen können bis 40 Jahre alt werden. Dies passiert aber recht selten. Nicht nur Fressfeinde setzen ihnen zu, die Zerstörung ihres Lebensraums durch intensive Landnutzung oder Vergiftungen durch Schneckenkorn und Pestizide sind eine noch größere Bedrohung. Etwas Schatten, Deckung und feuchten Boden lieben Blindschleichen. Man findet sie auch dort, wo ihre Beute lebt, zum Beispiel im Komposthaufen. Die guten Schwimmer zeigen sich mitunter auch am Gartenteich.

Steckbrief
Art: Anguis fragilis
Dienst am Menschen: frisst Nacktschnecken

Eigenarten: Ein falscher Griff und die Blindschleiche wirft einen Teil des Schwanzes ab. Diese kontrollierte Selbstverstümmelung wird durch Sollbruchstellen in jedem Schwanzwirbel ermöglicht. Der Schwanz wächst jedoch nicht nach, es entsteht lediglich ein Stumpf.

NABU – Brandenburg

 

Die graubraune Oberseite des unscheinbaren Reptils zeigt ein dunkles Muster, das bei manchen Tieren wie ein Netz den ganzen Rücken bedeckt. Die Unterseite ist variabel weiß, gelblich und rötlich. Das schlanke Tier erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von fünf bis sieben Zentimetern; der Schwanz ist etwa doppelt so lang. Zusammen mit dem flachen Körper, den kräftigen Beinen und langen Zehen dient der Schwanz zur Balance und als Kletterhilfe. So kann die Mauereidechse senkrechte Wände erklimmen und dort sogar seelenruhig ausharren.

Auf dem Speiseplan der Tiere stehen Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Ihre natürlichen Feinde sind Greife, Krähen und Neuntöter. Doch die Schlingnatter ist wohl am gefährlichsten – anders als die Vögel kann sie ihre Beute bis in Spalten und Erdlöcher hinein verfolgen. Mauereidechsen sind glücklicherweise fähig, Schlingnattern anhand des Geruchs zu erkennen und Reißaus zu nehmen.

Wie alle Wechselwarmen sind die Tiere stark temperaturabhängig. Anders als ihre nahen Verwandten wagen sie sich bei wärmerem Wetter auch im Winter hervor und nutzen so jede Gelegenheit, etwas Sonne zu erhaschen.

Nach der eigentlich von Oktober bis März dauernden Winterruhe werden zuerst die Männchen munter und starten mit Revierkämpfen in den Frühling. Einige Wochen später kommen die Weibchen dazu und suchen sich anhand von Geruch und Aussehen ihre Partner. Je nach Temperatur schlüpfen sechs bis zehn Wochen nach der Eiablage die Jungtiere.

Mauereidechsen werden vier bis sechs Jahre alt, ab zwei sind sie geschlechtsreif. In ihrem etwa 25 Quadratmeter großen Revier muss alles Lebensnotwendige da sein: von Sonnenbank, Schlupfwinkeln und Eiablageplätzen bis hin zum Jagdrevier. Durch den Schwund an natürlichen Lebensräumen wie Abbruchkanten an Flusstälern und naturnahen Schotterbänken haben sich die Tiere an eine von Menschen geprägte Umgebung angepasst. Weinberge, Bahntrassen oder Abbaugebiete bieten einen Zweitlebensraum, doch auch dieser ist oft bedroht. Mit einer Trockenmauer im Garten kann man Mauereidechsen, aber auch Laufkäfern, Kröten und Blindschleichen ein attraktives Zuhause bieten.

NABU – Brandenburg

 

Die hübschen Netzflügler mit ihren grün-schillernden Flügeln sind Fressfeinde der Blattläuse. Besonders die Larven der Florfliegen haben einen enormen Appetit auf die kleinen Schädlinge, die sich gerne in Kolonien an den zarten Pflanzentrieben aufhalten. Weil jedes Florfliegenweibchen drei Mal pro Jahr rund 350 Eier legt und jede geschlüpfte Larve etwa 450 Blattläuse verspeist, vertilgt der Nachwuchs eines einzigen Florfliegenweibchens die erstaunliche Anzahl von rund 500.000 Blattläusen pro Jahr!

Die Florfliege hat eine große Bedeutung als Vertilger von Blattläusen, deshalb wird sie auch gezüchtet und werden ihre Larven als Nützlinge in Gewächshäusern eingesetzt. Sie können Florfliegenlarven auch von entsprechenden Zuchtbetrieben kaufen und diese an ihren Gartenpflanzen zur Bekämpfung von Blattläusen einsetzen.

Wir sollten diese ungemein nützlichen Insekten nicht töten, sondern bewusst fördern:

  • indem wir auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten,

  • am Rande unseres Nutzgartens Blüten pflanzen

  • und im Garten auch Laubgehölze anpflanzen.

  • Durch das Licht in Wohnräume verirrte Florfliegen bringen wir wieder nach draußen.

  • Florfliegen, die wir im späten Herbst und Winter auf dem kühlen Dachboden oder in der kalten Garage vorfinden, lassen wir dort überwintern.

  • Florfliegen, die wir in in unserer beheizten Wohnung vorfinden, setzen wir in einen kühlen Raum um, denn in beheizten Räumen überleben sie nicht.

  • Das herbstliche Laub lassen wir unter den Büschen bis zum Frühjahr liegen.

  • Auch mit Florfliegenhäusern können wir diese „Goldaugen“ fördern.

Klar, ein blühender Obstbaum ist eine Augenweide. Aber wie schön ist es, wenn Baum und Strauch später saftige Früchte tragen? Damit die Ernte reich ausfällt, müssen zuerst Bestäuber ran. Zu denen gehören neben den Bienen auch die sympathischen Hummeln. Sie erreichen mit ihren langen Rüsseln auch tiefe Blüten, an die andere Bestäuber nicht gelangen. Außerdem beginnen sie mit dem Bestäuben bereits früher als alle anderen und sind zudem auch in Schlechtwetterperioden einsatzbereit, denn anders als Honigbienen haben Hummeln die Fähigkeit, ihre Körpertemperatur bei kaltem Wetter zu erhöhen.

 

Erdkröten besiedeln ein breites Spektrum an Lebensräumen und kommen auch in naturnahen Gärten vor. Die dämmerungsaktiven Tiere ruhen tagsüber unter Steinen, Laub, Gebüschen oder in selbst gegrabenen Erdlöchern. Erst im Dunklen gehen sie auf Nahrungssuche.

Ihre Beute verschlingen sie im Ganzen, dabei ziehen sie häufig die Augäpfel ein. Die Erdkrötenbestände werden vor allen Dingen durch die Zerschneidung der Landschaft bedroht, der Straßenverkehr verursacht hohe Verluste. Viele Tiere fallen aber auch in ungesicherte Kellerschächte oder Gullys und verenden dort. Die Zerstörung der Gewässer sowie die intensive Landwirtschaft verschärfen die Gefährdung. Die Erdkröte wurde übrigens zum „Lurch des Jahres 2012“ gekürt.

Von den 21 in Deutschland lebenden Amphibienarten finden wir 15 auch in Brandenburg. Sie alle sind auf Gewässer angewiesen – für die Fortpflanzung. Umvom„Festland“, wo sie Sommer und Winter verbringen, ins Laichgewässer zu gelangen, legen die wanderfreudigen Erdkröten mehrere Kilometer zurück. Bereits zeitig im März machen sie sich auf den gefährlichen Weg. Oft ist es ihr Geburtsort, an dem sie dann selbst Laichschnüre, die aus 3000 bis 6000 Eiern bestehen, hinterlassen. Die Wanderung erfolgt synchron. Vielfach kann man bei diesem Massenansturm bereits verkuppelte Paare beobachten. Die Männchen erklimmen dazu den Rücken williger Damen und klammern sich an diesen fest. Huckepack lassen sich die Herren dann abschleppen. Entert ein Männchen im Eifer des Gefechts nur einen Artgenossen, so quittiert dieser den Fehlgriff mit einem kurzen, lauten „ök, ök, ök“-Ruf.

Im Alter von etwa drei Jahren werden Erdkröten geschlechtsreif, ihre Lebenserwartung beträgt maximal zwölf Jahre. Die Weibchen werden bis zwölf, die Männchen bis neun Zentimeter groß. Auf ihrem bräunlichen Rücken sitzt eine Vielzahl von Warzen. Der Bauch ist schmutzig weiß und manchmal grau gesprenkelt. Die Männchen sind wie bei allen echten Kröten an ihren schwärzlichen Schwielen am Daumen und den nächsten bei den Fingern gut zu erkennen. Auch wenn uns die Erdkröte nicht unbedingt als Inbegriff der Schönheit erscheint, machen doch ihre bernsteinfarbenen Augen einiges wett.

Steckbrief

  • Art: Erdkröte (Bufo bufo)

  • Dienst am Menschen: frisst Würmer, Asseln, Schnecken und Spinnen

  • Marotten: zieht Regenwürmer erst durch die Finger, um Schmutzpartikel abzustreifen

NABU Brandenburg

 

In Arbeit

Zugegeben, Laufkäfer gehören nicht zu den Sympathieträgern im Garten. Die kleinen, meist sehr dunklen Käfer sehen nicht sehr hübsch aus, flitzen auf ihren robusten Beinchen flott über den Gartenboden und können, wenn sie sich bedroht fühlen, ein übel riechendes Sekret abgeben. Doch zu sehen bekommt man die fleißigen Insekten ohnehin selten, denn ihr nützliches Werk verrichten sie in der Nacht: Dann vertilgen sie ungeliebte Schneckeneier, Kartoffelkäferlarven, Drahtwürmer, Läuse und Milben. Klingt das nicht gut?

 

Der Marienkäfer (Coccinellidae) ist weltweit verbreitet und kommt in warmen Regionen am artenreichsten vor. In Südeuropa gibt es zum Beispiel mehr Arten als im Norden. Die Käfer sind beliebte Nützlinge, weil sie in ihrem Leben bis zu 50.000 Blattläuse und ähnliche Schädlinge vertilgen. Hin und wieder werden sie zu Kannibalen und verspeisen Artgenossen.

Die Marienkäfer sind gute Flieger, allerdings nur über kurze Strecken. Bei ihren längeren Wanderzügen Richtung Winterquartier sind sie auf den Wind angewiesen. Weil sie so die Flugrichtung nicht beeinflussen können, kommt es vor allem an Küsten immer wieder zu „Invasionen“ mit mehreren Millionen Tieren.

Der Name „Marienkäfer“ stammt aus dem Mittelalter, als Bauern in dem Käfer ein Geschenk der Heiligen Maria sahen.

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Der Ohrwurm (Forficula auricularia) als Nützling gegen Blattläuse

Fälschlicherweise oft auch „Ohrenzwicker“ genannt, wird der Ohrwurm zuweilen völlig sinnlos bekämpft. Er krabbelt weder in unsere Ohren, noch kneift er uns mit seinen Zangen. Diese setzt er nur als „Waffe“ gegen seine Feinde ein, benutzt sie beim Fressen, bei der Paarung, beim Aushöhlen der Brutkammer sowie beim Entfalten der Hinterflügel.

Ohrwürmer tragen wesentlich zur Bekämpfung von Blattläusen bei. Auch Spinnmilben und Insekteneier werden von ihm nicht verschmäht. Bei Mangel an Blattläusen ernährt er sich auch von Pflanzen, er ist dann auch an Gemüse, Obst oder Blumen zu finden.

Da Ohrwürmer lichtscheu sind, verstecken sie sich meist am Boden, an Pflanzen oder auch in Ritzen von Baumstämmen.

Wir sollten diese nützliche Insekten nicht bekämpfen, sondern bewusst fördern

  • indem wir auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten

  • ihnen Unterschlupfmöglichkeiten anbieten

    • Im Handel werden verschiedenartige Ohrwurmquartiere angeboten.

    • Wir können Tontöpfe mit Stroh, Heu oder Holzwolle füllen. Sollen sich Vögel nicht die Füllung für ihren Nestbau holen, empfiehlt sich ein engmaschiges Netz bzw. Draht davor.

    • Ohrwürmer überwintern im Boden und in Verstecken, selten überwintern sie in diesen Tontöpfen. Wir füllen deshalb die Töpfe im zeitigen Frühjahr neu.

    • Den Topf stülpen wir über einen Pfahl oder hängen ihn an einem Baum auf. Dabei muss der Topf unbedingt Kontakt mit dem Stamm oder einem Ast haben, sonst können die Ohrwürmer nicht hinein krabbeln.

    • Vorzugsweise bringt man den Unterschlupf in der Nähe von Pflanzen an, die von Blattläusen befallen sind.

 

Brokat auf Beinen

Schillernder Typ: Der Rosenkäfer / Larven gut für den Kompost

Der Gemeine Rosenkäfer, poetischer auch Goldglänzender Rosenkäfer genannt, ist im Sommer ein häufiger Besucher an Rosen und anderen großen Blüten. Vor allem in den Mittagsstunden lässt sich der goldgrün schillernde Käfer gut beobachten, wenn er stundenlang auf der Blüte seiner Wahl sitzt und genüsslich Nektar und Pollen verspeist. Er ist nicht scheu und lässt sich schon gar nicht von anderen Insekten von seinem Platz verscheuchen. Auch süße Pflanzensäfte und reifes Obst stehen auf seinem Speiseplan, doch weder ausgewachsen noch als Larve schädigt er Wurzeln oder Laub unserer Gartenpflanzen.

Tatsächlich sind die Larven, sogenannte Engerlinge, im Kompost sogar sehr nützlich. Sie ernähren sich ausschließlich von totem Pflanzenmaterial und verdauen Holzbestandteile besonders gut. Die dicken weißen Engerlinge werden bis fünf Zentimeter lang und sind stark ge-

krümmt.

Zur Unterscheidung von Maikäferlarven dient die Fortbewegung: Rosenkäferlarven robben auf dem Rücken fort, während die der Maikäfer sich eher gekrümmt und auf der Seite bewegen. Gegen Ende der Larvenzeit nach zwei bis drei Jahren verpuppt sich der Rosenkäferengerling in einem festen Kokon aus selbstgeleimtem, totem Pflanzenmaterial.

Der ausgewachsene Käfer ist von April bis September aktiv und verschönert mit seinem weißgefleckten, schillernden grünen Panzer blütenreiche Wiesen, Waldränder und Gärten. Die harten Flügeldecken und das Halsschild schimmern in der Sonne golden und rötlich und schützen das 15 bis 20 Millimeter große Tier vor Feinden und Stürzen.

Eine Besonderheit des Rosenkäfers sind seine zusammengewachsenen Deckenflügel. Er klappt sie zum Fliegen demnach nicht hoch, sondern kann seine Hinterflügel durch eine seitliche Spalte

ausfahren. Die Natur ist eben doch der beste Designer – und diese Eigenart hat ein besonders faszinierendes Flugbild zur Folge

Steckbrief

Art: Cetonia aurata

Vorkommen: Der Rosenkäfer ist laut Bundesartenschutzverordnung eine besonders geschützte Art.

Dienst am Menschen: Rosenkäferengerlinge sind besonders wertvolle Komposthaufenbewohner, da sie Holzbestandteile gut verdauen können.

Eigenarten: Wegen seiner komplett verwachsenen Flügeldecke sieht der Rosenkäfer im Flug besonders kompakt aus. Anstatt die Deckflügel hochzu-klappen, werden die Hinterflügel seitlich durch einen Spalt ausgefahren.

NABU – Brandenburg

Schlupfwespen – Nützliche Helfer gegen Schädlinge

Wer Schlupfwespen (Ichneumonidae) in seinem Garten sichtet, hat einen starken Verbündeten bei der Bekämpfung vieler Schädlinge. Daher solle man diesen kleinen natürlichen Parasitenbekämpfer stets willkommen heißen.

Natürliche Schädlingsbekämpfung

Mit Hilfe von Schlupfwespen lassen sich u.a. Weiße Fliegen, Apfelwickler, Kohlweißlinge und Blattläuse bekämpfen. Aber auch im Haus oder der Wohnung können Schlupfwespen eingesetzt werden, um bspw. Kleidermotten, sowie Lebensmittelmotten zu bekämpfen.

Schlupfwespen gehören, wie Bienen und Hummeln, zu der Insektengruppe der Hautflügler. Diese natürlichen Schädlingsbekämpfer legen ihre Eier in die Larven oder Eier ihrer Beute und fressen diese dann von innen heraus auf. Das machen sie so effektiv, dass Schlupfwespen auch in der Landwirtschaft zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt werden.

Auch für den Hausbedarf, um bspw. einer Mottenplage Herr zu werden, kann man im Fachhandel Schlupfwespen erwerben. Sehr einfach kann man diese online bestellen. Meist werden die Eier der Raubinsekten dann in zwei oder drei Lieferungen aufgeteilt, so dass man die Wespen über einen längeren Zeitraum einsetzen kann.

In unseren Breitengraden sind vor allem die echte Schlupfwespe, die Blattlausschlupfwespe und die Brackwespe von Bedeutung für die Schädlingsbekämpfung. Die kommerziell eingesetzen Schlupfwespen gehören meist zur Gattung der Trichogramma.

Wie werden Schlupfwespen zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt?

Sehr effizient ist der Einsatz der Schlupfwespe im Gewächshaus oder in geschlossenen Räumen wie einer Speisekammer.

Der kontrollierte Einsatz von Schlupfwespen im Garten gestaltet sich hingegen etwas schwieriger, da man die Insekten nur schwer örtlich begrenzen kann. Um einen Schädlingsbefall mit Schlupfwespen zu behandeln, sollte man um die betroffnen Pflanzen, die Schlupfwespeneier auslegen. Als ungefähren Richtwert, sollte man im Garten etwa 25-50 Schlupfwespen pro Quartratmeter einsetzen.

Wer versuchen will, diese nützlichen Insekten langfristig im Garten zu halten, sollte ihnen geeigneten Wohnraum zur Verfügung stellen. Dazu bohrt man kleine Löscher in Holzstämme und platziert diese im Garten. Mit viel Glück siedeln sich Schlupfwespen an. Leider gibt es keine Garantie dafür, ob ein Insektenhotel akzeptiert wird oder nicht.

Schlupfwespen im Garten ansiedeln und halten

Für den Menschen stellen Schlupfwespen übrigens keine Gefahr dar. Sie können also bedenkenlos im Garten oder im Haus eingesetzt werden und sind eine natürliche und biologische Schädlingsbekämpfung.

TIGERSCHNEGEL

Nacktschnecken können Gärtner zur Verzweiflung bringen. Der Tigerschnegel, ein Artgenosse mit Raubkatzen-Print, gehört jedoch überraschenderweise zu den natürlichen Feinden dieser Salaträuber und sollte daher nicht vom Menschen bekämpft werden.

Nacktschnecken können Gärtner zur Verzweiflung bringen. Besonders die Spanische Wegschnecke ist wegen ihrer explosionsartigen Fortpflanzung regelrecht zur Plage geworden. Bekämpfungsmethoden gibt es zahlreiche, deren Erfolg ist jedoch oft zweifelhaft. Wer Bierfallen aufstellt oder die Tiere zerhackt, lockt sogar noch mehr an! Bei starkem Befall rät der NABU zum Absammeln und zur Förderung natürlicher Feinde. Und dazu zählt überraschenderweise ein Artgenosse: der Tigerschnegel. Wegen seines schicken Raubkatzen-Prints fällt er sofort auf. Er schleicht vor allem nachts durch Grünanlagen, Gärten und Felder; auch in feuchten Kellern und Scheunen kann man ihn finden. Sein Leibgericht sind Pilze und totes Pflanzenmaterial, er jagt aber auch andere Nacktschnecken. So wird der Tigerschnegel seinem Räuber-Look gerecht und hilft gleichzeitig verzweifelten Gärtnern im Kampf gegen die gefräßigen Schleimer.

Die zehn bis 20 Zentimeter langen Tiere sind Zwitter. Spektakulär ist ihr Paarungsvorspiel. Haben sich zwei paarungsbereite Schnegel gefunden, suchen sie sich eine erhöhte Position und drehen sich stundenlang im Kreis – Kopf an Schwanz. Dabei sondern sie große Mengen klumpigen Schleims ab, der sich zwischen beiden Tieren sammelt. Dann verengen sie ihre Umarmung, umschlingen sich geradezu stürmisch, verdrehen sich stärker ineinander, wiegen die Köpfe hin und her und spreizen ihre Mantelränder ab.

Jetzt heißt es, dem Partner blind zu vertrauen: Beide sondern am Hinterende einen Schleimfaden ab und seilen sich, immer noch fest umschlungen, bis 40 Zentimeter tief daran ab. Die Befruchtung findet also meist in luftiger Höhe statt. Danach geht das Paar buchstäblich getrennte Wege: ein Schnegel lässt sich zu Boden fallen, während der andere am Schleimfaden wieder hochkriecht und diesen gleichzeitig auffrisst.

Das gegenseitig übertragene Sperma kann noch monatelang befruchtungsfähig bleiben. Beide Partner legen erst im August/September sowie im Juni/Juli des Folgejahres ihre Eier in unregelmäßigen Gelegehaufen ab. Die jeweils 100 bis 200 Eier sind etwa 3,5 Millimeter groß, farblos und klar. Nach drei bis sechs Wochen schlüpfen unter oft tödlicher Anstrengung die Jungtiere, die wiederum ein bis eineinhalb Jahre später geschlechtsreif sind. Tigerschnegel haben eine Lebenserwartung von zwei bis drei Jahren.

Steckbrief
Art: Tigerschnegel (Limax maximus)
Dienst am Menschen: frisst andere Nacktschnecken und totes Pflanzenmaterial
Eigenarten: Der Tigerschnegel ist besonders gut gebaut – mit einem Geschlechtsorgan von etwa vier Zentimetern, einem Drittel der Körperlänge!

NABU – Brandenburg

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Mistbienen und Totenköpfe

Aus dem Leben unserer Schwebfliegen

Die Flugkünstler unter den Insekten aber sind die eleganten Schwebfliegen. Mit bis zu 300 Flügelschlägen in der Sekunde können sie kolibrigleich in der Luft stehen. Sie manövrieren blitzartig, sind ebenso schnell im Vorwärts- wie im Rückwartsgang.

Jetzt im Hochsommer sind die Wiesen längst gemäht, auch die Straßenränder zeigen sich militärisch kurz. Für Blütenbesucher ist dort wenig zu holen. Umso mehr Verkehr herrscht nun an den Krautsäumen der Hecken und auf Brachen. Flockenblumen und Malven blühen, Johanniskraut, Rainfarn und Wilde Möhren. Hier tummeln sich Käfer, flattern Schmetterlinge und landen Hummeln.

Die Flugkünstler unter den Insekten aber sind die eleganten Schwebfliegen. Mit bis zu 300 Flügelschlägen in der Sekunde können sie kolibrigleich in der Luft stehen. Sie manövrieren blitzartig, sind ebenso schnell im Vorwärts- wie im Rückwartsgang. Wer Schwebfliegen näher betrachten möchte, muss sich vorsichtig nähern oder hoffen, dass das gestörte Insekt nur einige Haken schlägt und nach einigen Sekunden wieder an die Futterquelle zurückkehrt.

Wichtige Bestäuber

Erwachsene Schwebfliegen ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pollen, sie sind neben Bienen unsere wichtigsten Bestäuber. Ganz anders die Schwebfliegenlarven, hier reicht das Spektrum von Pflanzen- und Abfallfressern bis hin zu Räubern und Parasiten. Die Larven einiger Arten leben in Holzmulm, minieren in Blättern oder fressen sich wie die der Narzissen-Schwebfliege in Blumenzwiebeln satt. Andere nisten sich in Hummel- oder auch Ameisenbauten ein.

Die recht häufige Totenkopf-Schwebfliege wiederum legt ihre Eier in Kothaufen ab. Ihren Namen hat die Art von der Brust-Zeichnung, die mit viel Phantasie an einen Totenkopf erinnert, genauso gut aber auch als Batman-Silhouette gedeutet werden könnte. Doch „Fledermaus-Schwebfliege“ hat sich offensichtlich nicht durchgesetzt.

Über die Alpen

Auch die Keilfleckschwebfliegen mögen es schmuddelig. Der Populärname „Mistbienen“ verrät die Richtung: Ihre sogenannten Rattenschwanzlarven mit ihren mehrere Zentimeter langen Atemröhren sind in stark verschmutzten Pfützen und Jauchegruben zuhause – ein Biotop, das ihnen kaum andere Lebewesen streitig machen.

Aus menschlicher Sicht wesentlich sympathischer, weil nützlicher, sind die räuberischen Schwebfliegenlarven. Immerhin rund hundert heimische Arten haben sich auf das Vertilgen von Blattläusen spezialisiert, darunter auch die Larven der Hainschwebfliege alias Winterschwebfliege. Obwohl nur wenige Milligramm leicht, zieht die Winterschwebfliege wie die Sumpfschwebfliege und die Großstirnschwebfliege im Herbst nach Süden und kehrt im Frühjahr wieder zurück; dabei werden sogar die Alpen überquert. In milden Lagen überwintern manche Weibchen aber, sodass man sie selbst an sonnigen Wintertagen antreffen kann.

Biologische Schädlingsbekämpfung

Ihre mehrere hundert Eier legt die Winterschwebfliege gezielt unmittelbar an Blattlauskolonien, so dass die madenartigen Larven einen reich gedeckten Tisch vorfinden. Die Larve macht zwei Häutungen durch und entwickelt dabei von Mal zu Mal größeren Appetit. Bis sie sich schließlich verpuppt, verspeist die Schwebfliegenlarve innerhalb von nur zehn Tagen mehrere hundert Blattläuse. Aus der Puppe schlüpft schließlich nach einer Woche die fertige Schwebfliege.

Winterschwebfliegenlarven werden inzwischen auch zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Der Versandhandel bietet Einheiten zu je 500 Eiern an – mit Getreideblattläusen als Reiseproviant, falls unterwegs schon Larven schlüpfen sollten. Die Schwebfliegenlarven werden bisher nahezu ausschließlich im Erwerbsgartenbau verwendet, könnten aber natürlich auch im Privatgarten ihren Dienst versehen. Einziger Wermutstropfen: An stark behaarten Pflanzen wie Tomaten oder Gurken sind die beinlosen Schwebfliegenlarven überfordert, weil sie ständig stecken bleiben. Hier kommen besser Marienkäfer- oder Florfliegenlarven zum Einsatz.

Genau hingeschaut

Stechen die? Nein, sie stechen nicht, sie tun nur so. Schwebfliegen haben weder einen Stachel wie Bienen und Wespen, noch einen Stech- oder Sägerüssel wie Wanzen oder Mücken. Und Schwebfliegen beißen auch nicht, denn ihre Mundwerkzeuge sind wie kleine Tupfer, mit denen sie Blütenpollen und Nektar auflecken und einsaugen.

Um Vögel und andere Fressfeinde abzuschrecken, machen sich Schwebfliegen mit ihrer oft schwarz-gelben Hinterleibszeichnung gefährlicher, als sie sind. Wenn sie einmal stillsitzen, sieht man übrigens, dass Schwebfliegen nur ein Flügelpaar haben – wie alle Fliegen. Das zweite Flügelpaar ist zu winzigen Stummeln verkümmert, den sogenannten Schwingkölbchen. Wespen und die meisten anderen Insekten haben dagegen vier Flügel. Auch fehlt den Schwebfliegen die sprichwörtliche Wespentaille zwischen Brust und Hinterleib. Ihre dreiteiligen Fühler sind zudem deutlich kürzer als die von Bienen und Wespen. Aber so genau schauen halt auch viele Vögel nicht hin und lassen die Schwebfliegen in Ruhe.

 

Alleine in Deutschland kommen rund 450 Schwebfliegenarten vor, manche nur fünf Millimeter groß, andere bis zu zwei Zentimeter. Manche sind schlank, andere pummelig, manche sind dicht behaart, andere glänzend glatt. Längst nicht alle sind nach Wespenart gezeichnet, einige sehen eher Honigbienen oder Hummeln ähnlich und Erzschwebfliegen sind weitgehend schwarz.

Bis auf einige typische Arten ist es recht schwierig, Schwebfliegen sicher auseinander zu halten. Im Flug sowieso, aber auch gute Fotografien reichen nicht immer, weil sich die Arten zum Beispiel nur anhand der im Körperinneren verborgenen Geschlechtsorgane unterscheiden. Männlein und Weiblein sind meist verschieden gezeichnet. Wo nicht, lassen sich die Geschlechter anhand der Augen bestimmen, denn der Augenabstand ist bei den Männchen immer enger, oft stoßen sie komplett aneinander.

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Schädlinge

 

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